Donnerstag, 8. Oktober 2009

Der Versorgungstunnel in Oberlech


Die Sonnenterasse Oberlech am Arlberg (A) hat etwas, was niemand sonst hat: Einen unteriridischen Versorgungstunnel.

Bis 1995 erfolgte der Transport von Lebensmitteln, Betriebsmaterialien und Gästegepäck im malerischen Oberlech mit 26 Schneefahrzeugen, was den Luftkurort zum ewig knatternden Fast-Idyll machte.

Dann bauten die Oberlechner ihren Tunnel, will sagen ein ganzes Tunnelsystem. Der Haupttunnel hat eine Länge von 550 Metern, die Anschlüsse zu den Hotels bzw. den Häusern haben eine Länge von 200 Metern und sind mit 10 Schleusen sowie 8 Notausgängen versehen. Der Zufahrtstunnel hat eine Länge von 300 Metern. Die Umschlaghallen erstrecken sich über eine Gesamtfläche von über 3.200 m².

Das Oberlecher Tunnelsystem verbindet kreisförmig 23 Hotels sowie die Bergbahn, den Petersboden-Skilift, die Skischule und eine unterirdische Umschlaghalle mit Feuerwehrstellplätzen. In diesem System wird die komplette Ver- und Entsorgung abgewickelt.

Finanziert wurde das 7 Mio. teure Projekt zum grossen Teil von den Oberlechner Betrieben und der Gemeinde Lech. Das Bergplateau in Oberlech ist im Winter gänzlich verkehrsfrei und somit ein Urlaubsparadies nicht nur ohne Autos, sondern auch ohne Versorgungsfahrzeuge.

Mit dem Tunnelsystem hat sich in Oberlech auch die Anreise komplett verändert. Kofferschleppen ist nicht mehr. Der Gast fährt in Lech an die Seilbahnstation, gibt dort sein Gepäck ab und fährt dann ins Parkhaus. Danach nimmt er die Seilbahn, taucht in die verschneite Bergwelt ein, spaziert, oben angekommen, in sein Hotel – und das Gepäck ist schon im Zimmer.

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